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Achtung, Zecken!

13.07.2016

Zecken gelten als „Sommerproblem“, sind aber ab Temperaturen über 7 Grad aktiv und können daher von April bis Oktober ihr Unwesen treiben. Sie halten sich in hohem Gras, dichtem Gebüsch und Unterholz auf. Bis zu 12 Stunden krabbeln sie auf der Haut herum bis sie zustechen. Häufig sind dies geschützte Bereiche mit weicher Haut wie beispielsweise zwischen den Vorder- oder Hinterbeinen, am Bauch oder an den Ohren.

 

Die häufigste einheimische Zecke ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die überall in Deutschland vorkommt. Aber auch andere Zeckenarten wie die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) sind mittlerweile bei uns zu finden. Zecken sind deshalb so gefährlich, weil sie schwere Krankheiten übertragen können: Bei Hunden zum Beispiel Babesiose („Hundemalaria“), Borreliose, Anaplasmose, bei Pferden Borreliose und Anaplasmose. Auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) konnte in seltenen Fällen bei Hunden und Pferden beobachtet werden. Katzen scheinen allerdings nur sehr selten zu erkranken.

 

Die Krankheitserreger sitzen im Speichel der Zecke (FSME) oder im Darm (Borreliose). Daher kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis Borrelien übertragen werden, wohingegen die Übertragung von FSME-Erregern sofort beginnt. Daher sollten Zecken zügig entfernt werden, am besten mit einer Zeckenzange oder Pinzette. Wichtig ist, dass die Zecke beim Entfernen nicht gequetscht wird, weil sie dann noch mehr Speichel abgibt. Auch das Beträufeln mit Öl, Spiritus und ähnlichem ist nicht empfehlenswert, denn durch diese „Behandlung“ kann die Zecke vermehrt Darminhalt und damit womöglich auch Bakterien ins Blut abgeben.

 

Die Zecke sollte möglichst gerade herausgezogen werden. Reste des Stechapparates in der Wunde, kommen in der Regel nach ein paar Tagen von selbst heraus. Die Einstichstelle sollte regelmäßig auf Entzündungen kontrolliert und auch auf eventuelle Krankheitsanzeichen (Mattigkeit, Fieber, Durchfall) beim Tier geachtet werden. Nicht jede Zecke hat Krankheitserreger, trotzdem kann ein Stich Juckreiz und lokale Entzündungen verursachen. Bei Hunden und Katzen können vorbeugend „Spot on“-Präparate vom Tierarzt verwendet werden, die einmal pro Monat auf die Haut zwischen den Schulterblättern geträufelt werden. Nach dem Spaziergang sollten die Tiere gründlich abgesucht werden. Pferde werden regelmäßig mit zeckenabweisenden Mitteln eingerieben. Und auch der Mensch sollte sich natürlich nach dem Spaziergang oder der Kuschelstunde mit der Katze selbst absuchen. Helle, langärmelige Kleidung hilft, um die Zecke schnell zu entdecken. Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt sowie spezielle Schutzmittel verwendet werden. In FSME-Risikogebieten ist eine Schutzimpfung sinnvoll.

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Margarete Schmidt

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